Smartphone
Tablet

Login



Juli 2014

Vom ECPAT-Projekt, dem ersten MLS-Musikvideo und was daraus noch entstanden ist


Wie alles begann: Unter dem Titel „Make-IT-Safe“ startete im September 2013 die Ausbildung von jeweils zwei Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 6 und 8. Das zweijährige Projekt, welches in fünf EU-Ländern stattfindet, richtet sich an Jugendliche im Alter von 12-18 Jahren, möchte einen sicheren Umgang mit digitalen Medien vermitteln und informiert über ‘Cyber-Mobbing’ und insbesondere ‘Cyber-Grooming’. Darunter versteht man gezielte sexualisierte Ansprachen von Kindern und Jugendlichen durch Gleichaltrige und Erwachsene im Internet bzw. über das Handy. Die ‘Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung’ (ECPAT) setzt dabei auf den ‘Peer-to-Peer’-Ansatz, d.h. Jugendliche werden als Multiplikatoren so geschult, dass sie ihr Wissen an Gleichaltrige weitergeben können.
Im Rahmen des ECPAT-Projekts konnte mit finanzieller Hilfe des Elternfördervereins der MLS ein bisher einzigartiges Filmprojekt realisiert werden. Die vier ECPAT-Projekt-Schüler Melissa, Justus, David und Luisa und ihre Coaches Frau von Bargen und Frau Fernandez wollten einen Trailer zum Thema drehen und diesen auf dem internationalen Treffen aller ECPAT-Gruppen in Berlin vorstellen. über Frau von Bargen wurde der Kontakt zum Marburger Rapper Shalau Baban („Woodvalley Movement“) und Aljosha Tischkau hergestellt und aus dem Kurzfilm wurde ein Musikvideo. Melissa und Luisa singen beide im Großen Chor und so wurde aus der fixen Idee eine kreative und sehr produktive Begegnung zwischen Shalau und dem Chor. Mit dabei war der Produzent Joschi Tischkau, der den Schnitt von Filmtakes und die Choraufnahmen überwachte. So der Verlauf der Ereignisse in Kurzform.
Eine große Runde aus beteiligten Schülern, Eltern, Lehrern, der Schulleitung, dem Elternförderverein und dem Komponisten Shalau Baban und seinem Produzenten Joschi Tischkau feierte im neuen Konferenzraum der MLS die Premiere des ersten MLS-Musikvideos. Nach der offiziellen Premiere in Berlin, die ohne die Eltern und Schulgemeinde stattfand, freuten sich alle Beteiligten gemeinsam über den großen Erfolg.
Die Präsentation des Videos auf dem internationalen Treffen aller beteiligten ECPAT-Schüler in Berlin erntete vielfaches Lob. Das Video zeige auf den Punkt, worum es geht, ist visuell ansprechend gestaltet und die Musik ist ein ‘echter Ohrwurm’, so einige Rückmeldungen der Teilnehmer. Interesse zeigte auch das Landeskriminalamt (LKA) Hamburg, welches selbst eigene Kurzfilme zur Aufklärung von Jugendlichen drehen lässt. „Das MLS-Video hat eingeschlagen wie eine Bombe!“, so Frau Fernandez.
Auf unserem Schulkonzert am 09. April 2014 wurde das Video dann der Schulgemeinde vorgeführt und das Lied des Videos live präsentiert: Großer Chor und Schwerpunkt JG 8 als „zweiter Chor“ performten gemeinsam mit dem Rapper Shalau und der Sängerin Chantel die Live-Premiere. Schüler wie Eltern waren begeistert und die DVD, die gegen eine Spende erworben werden konnte, stieß auf großes Interesse. Zusätzlich entwarfen die Peer-Experten einen Fragebogen zum Thema „Cybermobbing/Cybergrooming“, den sie nach einer kurzen Aufklärung über die Themen in den Klassen 5-9 verteilten und der den SchülerInnen erstaunliche Ergebnisse und Erfahrungsberichte entlockte. „Damit wollen wir weiterarbeiten“, so Justus Gillmann und Luisa Jacobs.
Aus dem ursprünglichen ECPAT-Projekt wird im kommenden Schuljahr 2014/15 unter der Leitung von Frau von Bargen und Frau Fernandez eine offene Arbeitsgemeinschaft, die sich der Aufklärung über Sexting, Cyber-Mobbing und Cyber-Grooming verschrieben hat. Immer noch dabei ist Staatsanwalt Oliver Rust, der als Experte zur Verfügung steht, wie zum Beispiel auf der gut besuchten Info-Veranstaltung für die Eltern der Klassen 5-7 in der Aula der MLS am 08. Mai 2014. „Dieser Abend zeigte, wie wichtig auch die Aufklärung von Eltern ist, die entweder wenig Erfahrung mit dem Internet und dessen Gefahren für ihre Kinder haben, oder sich nicht des ganzen Ausmaßes der Gefahren bewusst sind“, so Frau von Bargen. An diesem Abend wurden Aufkleber mit der Aufschrift: Make-IT-safe und „Gib auf dich 8!“ an die Eltern verteilt. Diese sollten auf die Webcams der heimischen Computer oder Laptops geklebt werden und die Kinder daran erinnern, dass „man nicht jedem vertrauen und Bilder von sich sende dürfe“. „Wenn es auch nur eine Handvoll Kinder und Jugendliche daran hindert, Bilder oder Videos von sich an Fremde zu verschicken, haben wir bereits viel erreicht“, meint Frau Fernandez. „Das ECPAT-Projekt endet zwar mit Ablauf des Jahres 2014, aber wir werden diese wichtige Aufklärungsarbeit darüber hinaus nachhaltig an der MLS etablieren“, so Frau von Bargen.